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Rezension Hochbegabte Erwachsene – ähnlich und doch irgendwie anders (Julia Rau)

Rezension von Noks Nauta über Hochbegabte Erwachsene – ähnlich und doch irgendwie anders. Münster/ New York: Waxmann.

Titel: Hochbegabte Erwachsene – ähnlich und doch irgendwie anders.
Autorin: Julia Rau
ISBN: 97830 939931
Verlag: Waxmann (2019)

Zusammenfassung

Julia Rau hat ein deutsches Buch über hochbegabte Erwachsene geschrieben. Julia ist Coach für hochbegabte Erwachsene und hat 2014 eine Studie unter den deutschen Mensa Mitgliedern durchgeführt. Etwa 1400 Menschen folgten ihrem Ruf. Die Forschung bestand größtenteils aus offenen Fragen, auf die die Personen ausführlich antworteten. Aus diesem reichen Material hat sie nun ein Buch entwickelt, in das sie auch ihre Erfahrungen als Coach einfließen ließ. Das Buch besteht aus einer Einführung in die Hochbegabung im Allgemeinen. Im zweiten Teil geht es darum, wie sich hochbegabte Menschen fühlen, ihr Innenleben. In Teil 3 geht es um den Kontakt mit anderen und in Teil 4 um die Frage “Was wollen hochbegabte Erwachsene?

Das Buch ist für hochbegabte Erwachsene gedacht, um mehr über die Eigenschaften und Ausdrucksformen von Hochbegabung zu erfahren, privat und beruflich. Aus ihrer Coachingpraxis gibt die Autorin viele praktische und nützliche Hinweise zum Umgang mit Hochbegabungsmerkmalen.

Diskussion

Dieses Buch ist interessant wegen der Analyse der vielen Geschichten, die deutsche Mensa Mitglieder geschrieben haben. Verschiedene Themen werden hervorgehoben und es gibt viele Zitate, in denen sich viele hochbegabte Leser sicherlich wiederfinden können. Es passt sicherlich zu dem, was wir in den Niederlanden unter Hochbegabung verstehen. Unter anderem werden folgende Themen behandelt: kognitive Fähigkeiten (Begabung, Problemlösung, Schnelligkeit); Intensität und Neugierde (Herausforderungen, Interessen, Langeweile); Selbstwahrnehmung (Perfektionismus, Selbstkritik, Selbstvertrauen, Hochsensibilität).

Im Kapitel über den Kontakt mit anderen wird der Hochbegabte am Arbeitsplatz ausführlich diskutiert.

Ich finde es interessant zu lesen, dass, obwohl die Kultur am Arbeitsplatz in Deutschland unterschiedlich sein kann, es meiner Meinung nach eigentlich keine wesentlichen Unterschiede gibt, wie sich hochbegabte Menschen in den Niederlanden und in Deutschland bei der Arbeit fühlen und welche Themen sie beschäftigen.

Mir gefällt der Ansatz dieses Buches: Es basiert auf einer großen Anzahl von gesammelten Geschichten, die Autorin denkt breit und nuanciert. Und aus ihrer Coaching-Praxis heraus hat sie einen praktischen Ansatz.

Meine einzige kritische Anmerkung betrifft die Tatsache, dass in ihrer Forschung nur Mensa Mitglieder befragt wurden. Wir können sagen, dass sie alle sehr intelligent sind, weil sie getestet wurden und einen IQ-Wert haben, den nur 2,3% der Bevölkerung haben. Hochbegabung ist für uns ein umfassenderer Begriff. Aber mein wichtigster Punkt ist die Auswahl. Warum schließen sich Menschen Mensa an? Wir wissen es nicht, so dass eine bestimmte Auswahl stattgefunden haben könnte und die Ergebnisse nicht für andere hochintelligente/hochbegabte Menschen gelten könnten. Die Daten aus der Studie gelten daher nur für Mensa Mitglieder in Deutschland. Der Wert des Buches steht dennoch nicht in Frage.

Für wen ist dieses Buch von Interesse?

Das Buch wird (möglicherweise) hochbegabten und/oder hochintelligenten Erwachsenen helfen, sich selbst und die eigenen Merkmale von Hochbegabung wiederzuerkennen. Dies ist wichtig, um sich selbst besser kennenzulernen und zu akzeptieren. Nur so kann ein Weg gefunden werden mit den spezifischen Merkmalen von Hochbegabung und hoher Intelligenz auf eine positive Weise umzugehen. Hierzu werden im Buch auch Hinweise gegeben.

Es kann auch für Coaches von Hochbegabten interessant sein, denn es gibt einen guten Überblick darüber, was hochintelligente Menschen selbst über ihre Eigenschaften erzählen und wie sie ihnen im Alltag begegnen.

Da es noch nicht viele Bücher über hochbegabte Erwachsene gibt, ist dieses Buch eine willkommene Ergänzung.